Tag 3. - Freitag, 31.08.2012

Der Regen vom Vortag hat auch über Nacht nicht nachgelassen und wird uns auch heute noch den ganzen Tag begleiten. Laut Wettervorhersage ist die Schneefallgrenze auf 2200m gesunken. Nach Rücksprache mit der Hüttenwirtin, ob man bei diesem Wetter bis zur Erlanger Hütte gelangt, machen wir uns auf den Weg. Es sollen auf den Bergen wohl ca. 10cm Schnee liegen, aber der Weg sollte zu finden sein. Unseren Plan über den Hohen Gemeindekopf und den Wildgrat zu gehen verwerfen wir. Wir gehen somit den Abstiegsweg vom Vortag bis zum Lehnerjoch zurück. Zuerst noch im Regen wird je höher wir kommen daraus Schnee. Am Lehnerjoch angekommen ist hier oben alles Weiß. Wir gehen abwärts in Richtung Leierstal und anschließend im leichten Auf und Ab am Hang entlang. Mal sind die Wege klar zu sehen und bei der nächsten Kurve aufgrund des Schnees nur noch zu erahnen. Nur vereinzelt können wir die Bodenmarkierungen oder Steinmänner sehen. Für den Fall, dass wir doch noch umkehren müssen, befreien wir jede Markierung vom Schnee. Der Abstieg zu einem kleinen See ist mit Drahtseilen gesichert, aber ganz besonders bei diesem Wetter eine kitzlige Angelegenheit, zumal der Weg mal wieder aufgrund des Schnees nicht zu sehen ist. Nach dem See geht es noch einmal steil in Serpentinen aufwärts zu einem Grat. Von oben kann man jetzt den Wettersee und die Erlanger Hütte sehen. Wir stärken uns auf der Hütte mit einem warmen Essen. Nach kurzer Diskussion beschließen wir noch am selben Tag abzusteigen, da das Wetter auch für den nächsten Tag schlecht bleiben soll und wir befürchten auf der Hütte eingeschneit zu werden. Wie wir von den Hüttenwirten erfahren ist jedoch der direkte Weg nach Umhausen gesperrt. 2010 hat eine Lawine den Weg versperrt und auch die daraufhin angelegte Ausweichrute ist nicht mehr passierbar. Wir müssen somit den Umweg über die Gehsteigalm nehmen, was somit eine Gehzeit von fünf anstatt drei Stunden bedeutet.
Da die Hütte auf 2550m liegt beginnt der Abstieg im Schnee. In Serpentinen geht es direkt hinter der Hütte abwärts. Der Weg ist hier aber deutlich besser auszumachen, dennoch lässt uns die Steilheit vorsichtig vorgehen. Unter 2000m geht der Schnee dann in Regen über. Wir passieren die Vordere Leierstalalm und begeben uns durch einen Wald in ständigen Auf und Ab zur Gehsteigalm.

Ab der Gehsteigalm geht es wieder nur Bergab. Aufgrund der ständigen Regen und Schneefälle sind viele Weg zu Bächen geworden und die zu überquerenden Bäche sind stark angestiegen. So manch einer holt sich dabei nasse Füße. Kurzzeitig geht es auf einen Fahrweg weiter, bevor wir wieder in den Wald eintauchen und das letzte Stück in Richtung Tal absteigen.

Wir folgen anschließend der Ötztaler Ache flussaufwärts nach Umhausen zu unserer Unterkunft.

Gehzeit ca. 9 Stunden

Fazit

Die Tour ist mit den geplanten vier Tagen deutlich weniger anstrengend (siehe vorherige Tourbeschreibung "Geigenkamm"), jedoch hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir werden in Zukunft auf der Hüttebleiben, auch wenn nur leichter Schneefall vorhergesagt wurde. Man darf das Wetter defentiv nicht unterschätzen. Wäre nur ein wenig mehr Schnee gefallen und wir hätten den Weg dort oben nicht mehr gefunden.

Also, bei Schnee und Nebel am besten auf der Hütte bleiben!